Freude

Freude ist ein wichtiges Thema der Bibel und etwas, was in jedem Christen lebendig sein sollte.
Das Folgende ist eine Zusammenfassung eines Buchs von John Piper: „Wenn die Freude nicht mehr da ist“.

1) Warum ich dieses Buch geschrieben habe

Wir sind geschaffen, um uns an Gott und der Gemeinschaft mit ihm zu erfreuen. Indem wir das tun, ehren wir ihn.
Überschaubares, durch Pflicht definiertes und an Entscheidungen orientiertes christliches Leben aus eigener Willenskraft ist menschlich machbar – nicht dagegen das wahre, von übernatürlicher Freude erfülte Leben. Nur Gott kann das moralisch verdorbene Herz dazu bringen, nach Gott zu verlangen. Von Natur haben wir ein größeres Verlangen nach Bequemlichkeit und Sicherheit als nach Gott.

Viele sagen: ich habe nie gewusst, dass das Verlangen nach Gott und die Freude an Gott so entscheidend sind. Mir wurde immer gesagt, dass die Gefühle nicht entscheidend sind. Jetzt finde ich überall in der Bibel Anzeichen dafür, dass das Streben nach Freude an Gott Teil dessen ist, was das wiedergeborene christliche Herz ausmacht. Diese Entdeckung begeistert mich und erschreckt mich. Ich möchte es. Aber ich fürchte, dass ich es nicht habe. Soweit ich weiß, liegt es nicht einmal in meiner Macht, es zu erlangen. Wie bekommt man ein Verlangen, das man nicht hat und das man nicht erschaffen kann? Oder wie macht man einen Funken zu einer Flamme, um sicher zu sein, dass es ein wirkliches Feuer ist?

Es gibt keine Tugend der Mäßigkeit im Hinblick auf ein geistliches Festessen.

Augustinus: „Es gibt eine Freude, die Gottlosen nicht gewährt wird, sondern nur denen, die dir umsonst dienen, deren Freude du selber bist.“

Dankbarkeit ruft – sehr zu Recht – aus: »Wie gütig von Gott, mir das zu schenken!« Anbetung spricht: »Wie muss dieses Wesen beschaffen sein, dessen fernes und flüchtiges Aufleuchten solches hervorbringt!«

C.S. Lewis: „Pflicht ist nichts mehr als ein Ersatz für die Liebe (zu Gott und zu anderen Menschen), wie eine Krücke, die ein Ersatz für ein Bein ist. Die meisten von uns benötigen manchmal eine Krücke; aber natürlich ist es blödsinnig, eine Krücke zu benutzen, wenn unsere eigenen Beine die Reise selbst erledigen können!

Es ist nicht einfach, die Frage zu beantworten: »Was soll ich machen, wenn ich kein Verlangen nach Gott habe?« Aber es ist eine entscheidende Frage. Der Apostel Paulus sagte: »Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht!« (1. Korinther 16,22). Liebe ist nicht einfach eine Entscheidung, den Körper oder das Gehirn zu gebrauchen. Liebe ist auch eine Erfahrung des Herzens. Es geht also um sehr viel. Die Alternative ist, verflucht zu sein. Deshalb ist das Leben ernst. Und dieses Buch ist es ebenso.

Es geht um die Frage: »Wie kann ich eine Freude in Christus erlangen oder wiederbekommen, die so tief und so stark ist, dass sie mich von der Sklaverei westlicher Bequemlichkeit und Sicherheit befreit, und die mich zu den Opfern der Barmherzigkeit und der Mission antreiben wird und mich im Angesicht eines Märtyrertods tragen wird?« Verfolgung ist für Christen normal. »Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2. Timotheus 3,12). »Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden« (1. Petrus 4,12).

Im Neuen Testament verkleinert diese ernüchternde Wahrheit nicht die Freude – sie vergrößert sie. »Wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt« (Römer 5,3). »Glückselig seid ihr, wenn sie euch verfolgen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln« (Matthäus 5,11-12)
»Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden« (Apostelgeschichte 5,41).
Der Kampf um Freude in Christus ist ein Kampf um Stärke, damit man ein Leben der aufopfernden Liebe führen kann. Es ist ein Kampf, um Jesus auf dem Weg des Kreuzes zu begleiten und mit ihm dort zu bleiben, ganz egal was passiert. Wie wurde er auf diesem Weg getragen? Hebräer 12,2 antwortet: »der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete«. Der Schlüssel zur Ausdauer ist nicht heldenhafte Willenskraft, sondern tiefe, unerschütterliche Zuversicht, dass die Freude, die wir in der Gemeinschaft Christi geschmeckt haben, uns im Tod nicht enttäuschen wird. Opfer der Liebe wurden im Neuen Testament nicht durch Willenskraft getragen, sondern durch freudige Hoffnung. »Ihr habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt« (Hebräer 10,34).

Das Ziel ist, dass Jesus Christus auf der ganzen Welt bekannt wird als der allmächtige und vollkommen weise, vollkommen gerechte, vollkommen barmherzige und vollkommen befriedigende Schatz des Universums. Das wird passieren, wenn Christen nicht nur sagen oder singen, dass Christus wertvoll ist, sondern wahrhaftig in ihren Herzen den unübertrefflichen Wert Jesu mit so viel Freude erfahren, dass sie sagen können: »Ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen« (Philipper 3,8). Christus wird in der Welt verherrlicht, wenn Christen so sehr in ihm Zufriedenheit finden, dass sie Eigentum und Verwandtschaft verlassen und ihr Leben für andere hingeben in Barmherzigkeit, Mission und – wenn nötig – Märtyrertod. Er wird dann am meisten unter den Völkern groß gemacht, wenn Christen, die alles auf Erden verloren haben, sagen: »Das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn« (Philipper 1,21).
»Deshalb lasst uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir« (Hebräer 13,13-14). Dies werden wir tun, um der vor uns liegenden Freude willen. Und diese Freude wird uns halten und bewahren, wenn wir sie geschmeckt haben und gekämpft haben, um sie zur höchsten Erfahrung unseres Lebens zu machen. Christus ist unvergleichlich herrlich und unvergleichlich wertvoll. Deshalb ist er den Kampf wert.

2 Was ist der Unterschied zwischen Verlangen und Freude?

Der von Gott hingerissene Psalmist Asaf sagt: »Wen habe ich im Himmel? Und außer dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde. Mag auch mein Leib und mein Herz vergehen – meines Herzens Fels und Teil ist Gott auf ewig« (Psalm 73,25-26). Hier sehen wir ein Verlangen nach Gott, das so stark ist, dass es jedes andere Verlangen vergleichsweise zunichte macht.

»Gott, mein Gott bist du; nach dir suche ich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und erschöpften Land ohne Wasser. … Denn deine Gnade ist besser als Leben« (Psalm 63,2.4).

Einer der bemerkenswertesten Ausdrücke der Freude an Gott steht in Habakuk 3,17-18. »Denn der Feigenbaum blüht nicht, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt seine Leistung, und die Terrassengärten bringen keine Nahrung hervor. Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden, und kein Rind ist in den Ställen. – Ich aber, ich will in dem HERRN frohlocken, will jubeln über den Gott meines Heils.« Mit anderen Worten: Wenn alle Stützen des menschlichen Lebens und des irdischen Glücks weggenommen werden, wird Gott unsere Freude sein. Kein normaler Mensch kann in Wahrheit so reden. Wenn Gott allein genug ist, um Freude zu geben, wenn alles andere verloren ist, dann ist es ein Wunder der Gnade.

Die Psalmisten sprechen mehrmals von der Freude und der Zufriedenheit, die sie in Gott gefunden haben. »So werde ich kommen zum Altar Gottes, zum Gott meiner Jubelfreude« (Psalm 43,4)

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird uns geboten, uns am Herrn zu erfreuen. »Habe deine Lust am HERRN« (Psalm 37,4). »Freut euch im HERRN allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!« (Philipper 4,4). Im Alten Testament war eine Bekehrung von der Weltlichkeit zur Gottesfurcht auch zugleich die Entdeckung der Wahrheit aus Psalm 16,11: »Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.« Im Neuen Testament war die Bekehrung ein Zeichen dafür, dass man entdeckt hatte, dass Jesus ein Schatz solch unvergleichlichen Wertes war, dass die Freude daran dem Jünger ermöglichen würde, alles zu verlassen und ihm nachzufolgen: »Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker« (Matthäus 13,44).

Psalm 1,2 sagt, dass der glückliche Mann »Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht«. Psalm 19,11 beschreibt die Worte des Herrn folgendermaßen: »Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim«

Mit einer geistlichen Vorliebe für die Herrlichkeit Gottes möchten wir immer mehr von Gott haben, als wir gegenwärtig erfahren, sogar in der Ewigkeit. Es wird immer mehr an Gott geben, woran wir uns erfreuen können. Das bedeutet, dass es immer ein heiliges Verlangen geben wird, bis in alle Ewigkeit.

Wir sehen zwei Weisen, in denen Gott verherrlicht wird: die Intensität der gegenwärtigen Freude an seiner Schönheit und die Intensität des Verlangens nach mehr Offenbarungen seiner Fülle. Die gegenwärtigen Freuden werden immer neues Verlangen erwecken, und das Verlangen wird ein Zeichen der immer größeren zukünftigen Freude sein.

Die Intensität unserer Freude und unseres Verlangens bezeugt der Welt seinen Wert, insbesondere dann, wenn diese (gegenwärtige und erhoffte) Freude uns dazu befreit, die Freuden dieser Welt zu verlassen und ein Leben der Aufopferung und der Liebe für andere zu leben.

Gott wertet diese Erfahrung des Herzens (die Freude) zu einem Gebot auf. Er macht dies mit einer gravierenden Ernsthaftigkeit deutlich. »Dafür dass du dem HERRN, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast …, wirst du deinen Feinden dienen« (5. Mose 28,47-48). »Gott droht mit schrecklichen Dingen, wenn wir nicht glücklich sind.« Der Aufruf zum Kampf um Freude kommt von Gott.

Gott wird auf die Art und Weise, wie wir ihn erfahren, verherrlicht, nicht nur auf die Art und Weise, wie wir über ihn denken. Der Teufel hat wahre Gedanken über Gott, aber Gott wird dadurch nicht geehrt. Das Problem beim Teufel liegt nicht in seiner Theologie, sondern in seinem Verlangen. Unser höchstes Ziel ist es, Gott zu verherrlichen. Das machen wir am meisten, wenn wir ihn schätzen, nach ihm verlangen und uns in ihm so sehr freuen, dass wir Eigentum und Verwandtschaft loslassen und seine Liebe den Armen und den Verlorenen zeigen.

Einfache Gedanken und Taten können von einer fleischlichen, religiösen Denkweise bewältigt werden. Aber die Emotionen – sie sind der Wetterhahn des Herzens. Es gibt nichts, was die Richtung der tiefen Winde der Seele so zeigt wie das Verlangen nach radikaler Freude an Gott, die die Sünde zerstört und Christus verherrlicht.

3) Der Aufruf zum Kampf um die Freude an Gott

Wenn man Geld, Macht, Ruhm oder Sex den »Lieblichkeiten in [Gottes] Rechten« (Psalm 16,11) vorzieht, so ist dies durch und durch böse. Es ist sogar die letztendliche Bedeutung des Bösen. Gott weniger als etwas anderes hoch zu schätzen, ist der Kern des Bösen.

Als Jesus sagte: »Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten« (Johannes 14,15), beschrieb er die Auswirkung der Liebe, nicht den Kern der Liebe. Als Erstes ist Liebe da, dann kommt die Auswirkung: Gehorsam. Gehorsam und Liebe sind nicht identisch.

Die Liebe zu Christus beinhaltet Freude an seiner Person. Ohne diese Liebe kommt niemand in den Himmel. Deshalb gibt es keinen wichtigeren Kampf im Universum als den Kampf, Christus zu sehen und ihn über alles andere zu genießen – den Kampf um Freude.

Wenn Jesus sagt: »wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten« (Johannes 6,35), dann sagt er damit, dass der Glaube an ihn einen Geschmack am lebendigen Wasser seiner vollkommen befriedigenden Herrlichkeit beinhaltet, so dass das glaubende Herz nie wieder dürsten wird. Der Glaube wird ihn niemals verlassen und die rissigen Zisternen der Welt bevorzugen – weil er von der vollkommen befriedigenden Süße des lebendigen Christus geschmeckt hat.

Christus ist nicht unser Schatz, wenn wir ihn nicht schätzen. Und etwas schätzen heißt, froh zu sein, es zu haben. Daher beinhaltet der rettende Glaube nichts weniger, als froh zu sein, Jesus selbst zu haben als den, der er ist.

Es kann auch gar nicht anders sein, da es Gottes Wille ist, seinen Sohn zu verherrlichen. Wenn Christus nur nachgefolgt wird, weil seine Gaben groß und seine Drohungen schrecklich sind, dann wird er nicht durch seine Nachfolger verherrlicht. Ein schlechter Gebieter kann große Gaben und schreckliche Drohungen in Aussicht stellen. Und eine Person kann diese Gaben begehren oder diese Drohungen fürchten und dem Gebieter folgen, den sie in Wirklichkeit verachtet oder bemitleidet oder langweilig oder unangenehm findet, um dann die Gaben zu bekommen und den Drohungen auszuweichen. Wenn Christus durch sein Volk verherrlicht werden soll, dann darf es ihm nicht hauptsächlich wegen der versprochenen Gaben oder der angedrohten Strafen folgen, sondern wegen seiner glorreichen Person. Es ist durchaus wahr, wenn gesagt wird: »Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran« (Psalm 111,2). Ich möchte nicht die Freude minimieren, die man empfindet, wenn man die Werke des Herrn sieht. Aber die Werke des Herrn sind groß, weil er selbst groß ist. Und sie werden zu Götzen der Freude, wenn sie uns nicht auf den Herrn selbst als unsere größte Freude hinweisen. Der Glaube, der Christus Ehre gibt, ist der Glaube, der seine Herrlichkeit in all seinen Werken sieht und genießt, besonders im Evangelium.

Heutzutage gibt es im Großen und Ganzen eine gedankenlose, anmaßende, oberflächliche Einstellung gegenüber einer andauernden, täglichen Intensität der persönlichen Freude an Christus, weil viele Menschen nicht glauben, dass ihr ewiges Leben davon abhängt. In den vergangenen 200 Jahren haben wir eine fast unglaubliche Entwertung des Kampfes um Freude gesehen. Wir sind weit entfernt von der Pilgerreise, in der Christ »um der vor ihm liegenden Freude willen« (Hebräer 12,2), die in der himmlischen Stadt ist, sich sein Leben lang bemüht und ringt und kämpft.

In Jakobus 1,12 heißt es: »Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.« Der Mensch, der die Krone des Lebens empfangen wird, ist der Mensch, der erfolgreich Anfechtung erduldet – also der Mensch, der im Angesicht des Leidens um Freude kämpft und den Sieg über den Unglauben des Zorns, der Bitterkeit und der Verzweiflung erringt.

Der Kampf um Freude ist ein Bemühen, Gott die Lasten des Lebens anzuvertrauen. Es ist ein Kampf um Freiheit von der Sorge. Es ist ein Kampf um Hoffnung und Friede und Freude, die alle durch Unglauben und Zweifel an Gottes Versprechen bedroht werden.

Wir sagen nicht gerne: »Ohne Christus kann ich nichts tun – noch nicht einmal Freude haben« (vgl. Johannes 15,5). Aber das eigentliche Wesen des Glaubens ist das Bekennen unserer sündigen Hilflosigkeit in unserer Suche nach ewiger Freude und dass wir dabei durch Christus unsere Augen von uns selbst auf Gott richten, um die Hilfe und die Freude, die in ihm allein ist, zu finden.

Freude ist sowohl eine Gabe des Heiligen Geistes, als auch unsere Aufgabe. Vergleiche Philipper 2,12-13 »Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.« Gottes Wirken in uns beseitigt nicht unsere Arbeit; es ermöglicht unsere Arbeit. Wir arbeiten, weil er derjenige ist, der in uns arbeitet. Deshalb ist der Kampf um Freude möglich, weil Gott für uns und durch uns kämpft.

Wir kämpfen darum, sehen zu können. Das Sehen der Herrlichkeit Jesu Christi im Evangelium erweckt Freude. Und Freude in Christus macht seinen Wert deutlicher. Aus diesem Grund versucht Satan zu verhindern, dass wir Christus als den sehen, der er ist. Er hasst es, wenn Christus geehrt wird. Und Christus wird auf großartige Weise geehrt, wenn das Sehen seiner Herrlichkeit als Auswirkung eine Freude hat, die die Kraft der Sünde zerstört und radikale Opfer für die Sache des Evangeliums möglich macht. Wenn Freude an Christus, mit all der risikobereiten Liebe, die aus ihr kommt, gestoppt werden soll, dann muss die Sicht auf die Herrlichkeit Christi versperrt werden. Das ist Satans Hauptbeschäftigung.

Wenn wir verstehen, dass es das Sehen Christi ist, das zur Freude an Chris­tus führt, und dass der Kampf um Freude daher hauptsächlich ein Kampf ist, um zu sehen, dann begreifen wir, dass dieser Kampf nicht die Tatsache untergräbt, dass Freude eine Gabe und eine spontane Erfahrung ist. Die Freude, die durch das Sehen von Schönheit entsteht, ist spontan, ganz egal wie viel wir darum kämpfen, zu sehen. Das Kämpfen ist nicht die Ursache der Freude. Se­hen verursacht Freude. Es gibt keinen Zwang. Niemand betrachtet einen wunderschönen Sonnenaufgang und sagt: »Jetzt, nachdem ich mich bemüht habe, so früh aufzustehen, schuldest du mir Freude durch deine glänzenden Strahlen.« Nein. Wir schauen, und in Demut empfangen wir. Und wenn die Freude kommt, dann ist es eine Gabe.

4) Freude an Gott ist eine Gabe Gottes

Uns ist Umkehr und Freude an Gott geboten. Obwohl wir dazu nicht fähig sind. Unsere Unfähigkeit beseitigt nicht unsere Schuld – sie macht die Schuld noch größer. Wir sind so schlecht, dass wir Gott nicht lieben können. Wir können uns nicht an Gott mehr als an allem anderen erfreuen. Wir können Christus nicht mehr als Geld schätzen. Doch trotz unserer fest verwurzelten Bosheit ist es alles andere als falsch, wenn Gott uns gebietet, gut zu sein. Wir sollten uns an Gott mehr als an allem anderen erfreuen. Daher ist es richtig, wenn Gott uns genau dies gebietet. Und wenn wir uns jemals an Gott erfreuen, dann ist es, weil wir diesem Gebot gehorcht haben. Das ist das Rätsel: Wir müssen dem Gebot gehorchen, uns am Herrn zu erfreuen, aber wir können es nicht – wegen unserer eigensinnigen und schuldigen Verdorbenheit. Daher ist der Gehorsam, wenn er passiert, eine Gabe. Das ist analog dazu, dass der Herr Jesus Lahmen gebietet zu gehen – er gebietet das Unmögliche, und schenkt dem Gehorsamen die Gabe, das tun zu können.

Wenn wir diese Wahrheit (dass Freude an Gott nicht menschlich möglich ist) glauben, werden wir mit größerer Dringlichkeit unsere Freude in Gott suchen, als zu der Zeit, als wir dachten, dass sie in unserer eigenen Kraft läge. Diese Wahrheit führt uns dazu, dass wir beten wie nie zuvor. Und die Freude, die wir empfangen, nicht selbstverständlich nehmen – wir werden umso mehr für sie danken.

5) Der Kampf um Freude ist ein Kampf, um zu sehen

Der Apostel Paulus betete, dass Gott »die Augen eures Herzens erleuchte, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen« ist (Epheser 1,17-18). Also gibt es so etwas wie die Augen des Herzens.
Jeremia beklagte geistliche Blindheit: »Törichtes Volk, ohne Verstand, die Augen haben und nicht sehen« (Jeremia 5,21).
Offenbarung 3:18 »Kaufe von mir Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst«

»Die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Denn der Mund des HERRN hat geredet« (Jesaja 40,5). »Ich bin gekommen, alle Nationen und Sprachen zu versammeln. Und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen« (Jesaja 66,18).

In 2. Mose 33,18 sagte Mose zu Gott am Berg Sinai: »Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!« Gott antwortete, indem er sich durch das Wort offenbarte. Er sagte: »Ich werde all meine Güte an deinem Angesicht vorübergehen lassen und den Namen Jahwe vor dir ausrufen« »Der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue, der Gnade bewahrt an Tausenden von Generationen, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt…“
Für das jetzige Zeitalter hat Gott es bestimmt, dass er uns seine Herrlichkeit hauptsächlich »durch das Wort des HERRN« offenbart. Hören ist in dieser Zeit die hauptsächliche Weise des Sehens.
Wir können sagen, dass das Sehen der Herrlichkeit Christi dann passiert, wenn das Hören des Evangeliums durch den Heiligen Geist wirksam gemacht wird. Das heißt, wenn durch das Evangelium die allmächtige, schöpferische Stimme Gottes sagt: »Es werde Licht in der Dunkelheit dieses Herzens«, dann führt das Evangelium zum Glauben. Wenn Hören, durch Gnade, Sehen produziert, dann entsteht der Glaube.
Aber: Die Bibel spricht nicht davon, die Herrlichkeit Gottes zu hören, sondern davon, sie zu sehen. Hören ist das Mittel. Sehen ist der Zweck. Das Ziel allen Hörens der Wahrheit Gottes ist das Sehen der Herrlichkeit Gottes.

Die innere Veränderung, die durch das Anschauen der »Herrlichkeit des Herrn« kommt, ist die Erweckung der Freude an Christus selbst und an allem, was Gott für uns in ihm ist.

Der Höhepunkt des hohenpriesterlichen Gebets war: »Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt« (V. 24). Warum würde der liebevollste Mensch, der jemals gelebt hat, darum beten, dass wir die Ewigkeit verbringen können, um seine Herrlichkeit zu schauen? Die Antwort ist nicht schwer: Es wird unser Herz befriedigen und seinen Wert verherrlichen. Das ist es, was es bedeutet, von Christus geliebt zu sein. Er betet für das, was für uns unendlich befriedigend und für ihn unendlich verherrlichend ist. Seine Herrlichkeit für immer zu sehen, ist die größte Gabe, die er uns geben kann. Daher ist es Liebe, darum zu beten und dafür zu sterben, dass wir diese Gabe haben könnten. Und wenn wir entschlossen sind, mit all unserer Kraft zu kämpfen, um das zu sehen, wofür er gestorben ist, dann geben wir Christus damit große Ehre.

7 Der Wert des Wortes Gottes im Kampf um Freude

Der HERR fuhr fort, in Silo zu erscheinen; denn der HERR offenbarte sich dem Samuel in Silo durch das Wort des HERRN“ (1. Samuel 3,21). Gott wurde nicht mit den Augen des Kopfes, sondern mit den Augen des Herzens gesehen; dieses Sehen in Silo geschah durch das Wort des Herrn. Als das Wort gehört wurde, wurde der Herr gesehen. Das Sehen war im Hören. Das geistliche Hören von Gottes Wort wird zum geistlichen Sehen von Gottes Herrlichkeit.

So ist es heute im Evangelium. Paulus sagt, dass Christ zu werden bedeutet, den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus zu sehen (2. Korinther 4,4). Das Evangelium ist ein Wort, das gehört werden muss. Und in diesem Hören gibt es etwas zu sehen: »den Lichtglanz der Herrlichkeit des Christus«. Das Sehen ist im Hören. Der Herr öffnet die Augen des Herzens, damit sie die Herrlichkeit Christi im Wort sehen. Gott hat es in diesem Zeitalter vorgezogen, sich der Welt hauptsächlich im Fleisch gewordenen Wort, Jesus Christus, durch das geschriebene Wort, die Bibel, zu offenbaren.
Gott kann sich auch auf anderen Wegen offenbaren, und er tut es auch, insbesondere durch die Werke der Gläubigen (Matthäus 5,16; 1. Petrus 2,12; 1. Korinther 12,7). Aber keiner dieser Wege offenbart Gott mit der Klarheit und Vollkommenheit der Bibel. Alle bewegen sich auf der Umlaufbahn der Sonne, die das geschriebene Wort Gottes ist.

Wenn wir zum Wort Gottes gehen, dann begeben wir uns an den Ort, wo der Heilige Geist bereit ist, uns Christus zu offenbaren und unseren Glauben zu stärken.
Die bewusste Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist wird gegeben, wenn wir das Wort Gottes mit Glauben hören.

Das Gebot in Epheser 5,18-19 »Werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet.« steht parallel zu dem Gebot in Kolosser 3,16 »Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern«. Vom Wort Christi erfüllt zu sein, ist fast dasselbe, wie von dem Geist Christi erfüllt zu sein, weil der Geist mit Freuden kommt, wo das Wort im Glauben empfangen wird.

Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. … Dies aber ist das Wort, das euch als Evangelium verkündigt worden ist“ (1. Petrus 1,23-25). Jesus sagte: »Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben« (Johannes 6,63)
Jesus sagte: »Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem

Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht« (Matthäus 4,4). Oh, wie einfach wir doch betrogen werden zu denken, dass besseres Leben oder mehr Leben von Dingen kommt, die uns vom Wort weglocken. Aber es ist tatsächlich das Wort selbst, das uns überfließendes Leben gibt. Das Leben, das wir vom Brot bekommen, ist kurz und zerbrechlich. Das Leben, das wir vom Wort bekommen, ist ewig, sicher und stabil. Dieses Leben wird durch das Wort Gottes erschaffen und erhalten.

Jesus möchte uns von den tödlichen Illusionen der weltlichen Befriedigung befreien. Und er will dies durch die Wahrheit seines Wortes tun. »Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.« Wie befreit uns dann die Wahrheit des Wortes von betrügerischen Begierden, damit wir eine tiefere, stärkere Freude haben können als alles, was Satan oder diese Welt bieten kann?
Die Wahrheit des Wortes Gottes gibt uns die Waffe, mit der wir betrügerische Begierden töten. Wie Jesus, so sprach auch Paulus über Gewalt im Kampf gegen Begierde: »Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind … böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist!« (Kolosser 3,5). Und in Römer 8,13 sagt er: »Wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben«. Die Tatsache, dass ein Text vom Töten der Begierden und ein anderer vom Töten der Handlungen spricht, zeigt einfach, dass böse Begierden hinter bösen Handlungen stehen. Es wäre nutzlos, nur die Handlung zu töten, aber nicht die Begierde. Das ist nicht der Weg Jesu. Jesu Weg ist: Töte die Handlung durch das Töten der Begierde. Erwürge die Handlung durch das Abschneiden ihrer Luftversorgung – nämlich des Betrugs, dass die Handlung uns dauerhafte Freude geben wird. Sowohl in Römer 8,13 als auch in Kolosser 3,5 heißt es: »Töte!« Es ist ein tödlicher Kampf, und unser Leben – ganz zu schweigen von unserer Freude – hängt davon ab. Es ist Krieg.
Wie kann uns die Wahrheit von Gottes Wort helfen, betrügerische Begierden zu töten und uns zu beständigen Freuden zu befreien? Es ist wichtig, Römer 8,13 zu betrachten, wo steht, dass die betrügerischen Begierden und Handlungen, die unser Leben bedrohen, »durch den Geist« getötet werden sollen. Wie tötet man eine Begierde »durch den Geist«? Erstens, indem man erkennt, dass die einzige offensive Waffe in der Beschreibung von Paulus von »der Waffenrüstung Gottes« in Epheser 6,11-18 (die Waffe, die zum Töten gebraucht wird) »das Schwert des Geistes … Gottes Wort« ist. Wenn es also in Römer 8,13 heißt, dass wir die sündigen Handlungen »durch den Geist« töten sollen, dann verstehe ich das so: »Erfahrt die Kraft des Geistes, die den Betrug zerstört, indem ihr an das glaubt, was das Wort Gottes über diese betrügerische Begierde sagt.«
Der Kampf um Freude ist der Kampf, zu sehen und zu glauben, dass Christus begehrenswerter ist als die Versprechen der Sünde. Glaube und Sehen kommen durch Hören, und Hören kommt durch das Wort Christi. Wir schauen in das Wort, wir denken nach, und wir flehen Gott an, dass die Augen unseres Herzens geöffnet werden, um die hochwertigere Herrlichkeit und Freude zu sehen.

Johannes 15:5+7 bedingen einander – Jesus bleibt in uns, wenn sein Wort in uns bleibt. Seine Worte zu Herzen zu nehmen, ist eine geistlich absichtliche Handlung, um eine Beziehung zu einer lebenden Person zu schaffen. Das bedeutet es, seine Worte in uns bleiben zu lassen.

»Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.« Wenn die Worte Jesu in uns bleiben, dann werden wir zu Menschen, die nicht lediglich vom natürlichen Verlangen bestimmt sind, sondern hingegeben sind, zur Ehre Gottes Früchte zu tragen. Wenn Sie sich jemals nach einem Leben gesehnt haben, das von tiefen und fruchtbringenden Gebeten gekennzeichnet ist, dann widmen Sie sich dem Wort Gottes. Lesen Sie es. Denken Sie darüber nach. Prägen Sie es sich ein. Lassen Sie sich davon umgestalten.

Das Wort Gottes ist die Quelle der Weisheit. Es ist sehr vorteilhaft, weise zu sein. Weisheit unterscheidet sich von lediglicher Kenntnis von Tatsachen. Einige sehr weise Menschen haben wenig schulische Ausbildung. Und einige sehr gebildete Menschen, die vieles wissen, sind nicht weise. Weisheit ist das Verständnis, wie wir zu leben haben, so dass die Ziele, für die wir geschaffen wurden, erfüllt werden: ein Leben, das Gott verherrlicht und gut für die Menschheit ist.

Es überrascht uns nicht, dass diese Weisheit, die Freude erzeugt, durch das Wort Gottes kommt. Im vorherigen Abschnitt haben wir gesehen, dass Christus selbst in uns bleibt, wenn seine Worte in uns bleiben. Und Paulus sagt uns: »In Jesus sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen« (Kolosser 2,3). Durch sein Wort also wohnt er in uns, und mit ihm kommen »alle Schätze der Weisheit«. Paulus sagt es noch direkter in Kolosser 3,16: »Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig!« Das Wort Christi bringt »alle Weisheit« in unser Leben, so dass wir einander helfen können, die Weisheit zu kennen und darin zu leben.

Der Sieg über Satan geschieht durch das Kreuz Christi und das Wort Gottes. 1. Johannes 2,14 »Ich habe euch, ihr jungen Männer, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt«. Das Wort Gottes ist die Kraft, die den Teufel besiegt. Genauso war es auch mit Jesus in der Wüste. Gegen jede Versuchung, die der Teufel auf ihn warf, zitierte er die Schrift (Matthäus 4,4.7.10)

8) Die Anwendung des Worts im Kampf um die Freude

Es ist sehr wichtig, Bibelworte auswendig zu lernen. Und auch darüber nachzudenken!
Es ist eine Tragödie, dass man angefangen hat, intensives Denken mit kalten Herzen in Zusammenhang zu bringen. Bei den größten christlichen Denkern gingen Freude und Studium Hand in Hand. »Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran« (Psalm 111,2).
Es ist ein großer Fehler zu denken, dass die großen Bücher der Vergangenheit zu schwer zu verstehen sind. C.S. Lewis hat Recht, wenn er die Größe des alten Schreibers auf folgende Weise deutlich macht: »Der große Mann ist gerade wegen seiner Größe viel verständlicher als sein moderner Kommentator.« Je neuer die Bücher der biblischen Lehre sind, desto geläufiger ist die traurige Trennung zwischen Gelehrsamkeit und deutlicher Leidenschaft für Christus.

Hebräer 11 legt nahe, dass wir auch Glaubensvorbilder suchen, etwa Christen die früher gelebt haben.

Die Bibel ist das Wort einer lebenden Person, Jesus Christus, der unser Gott und unser Retter ist. Deshalb: Lesen Sie sie und denken Sie über sie nach und prägen Sie sie sich ein, mit dem Ziel, ihn in seinen niedergeschriebenen Worten und Werken zu sehen.

Der Geist bindet sein errettendes, Freude schaffendes Werk an das auf Christus ausgerichtete Wort Gottes, damit Jesus Christus verherrlicht wird durch die Freude, die der Geist gibt. Jesus sagte, dass der Geist gegeben wurde, um den Sohn Gottes zu verherrlichen (Johannes 16,14). Deshalb wirkt der Geist durch das Wort, das den Sohn erhebt.

9 Die zentrale Rolle des Gebets im Kampf um die Freude

Gebete um Freude:

Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils, und stütze mich mit einem willigen Geist!“ (Psalm 51,14)

Willst du uns nicht wieder beleben, dass dein Volk sich in dir freue?“ (Psalm 85,7)

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben“ (Römer 15,13)

Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei!« (Johannes 16,24)

Die frühe Gemeinde wusste, dass ein Mensch im Gebet einen Diener aus Gott machen kann, wenn er kein Verlangen nach Gott, sondern nur nach seinen Gaben hat. Jakobus sagte: »Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden«. Augustinus sagte es so: »Der liebt dich weniger, der neben dir etwas liebt, was er nicht um deinetwillen liebt.«

Christus wird erhoben, wenn wir ihn mehr als Gottes Gaben verlangen. »Denn deine Gnade ist besser als Leben; meine Lippen werden dich rühmen« (Psalm 63,4). Wenn seine Gnade besser als Leben ist, dann muss sie besser sein als alles, was das Leben geben kann.

Wie können wir sonst die folgenden Worte aus Habakuk 3,17-18 erklären? »Denn der Feigenbaum blüht nicht, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt seine Leistung, und die Terrassengärten bringen keine Nahrung hervor. Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden, und kein Rind ist in den Ställen. – Ich aber, ich will in dem HERRN frohlocken, will jubeln über den Gott meines Heils.« Wenn diese Welt vollkommen zugrunde geht, bleibt unser Grund zur Freude. Gott.

»Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name« (Matthäus 6,9). Das ist ein Gebet für Freude. Denn: Den Namen Gottes geehrt zu sehen, ist die größte Freude für alle, die Gott lieben.

Der geistliche Triumph von Gottes Reich in der Seele und in der Gemeinde schon in der heutigen Welt wird vom Apostel Paulus ausdrücklich als »Gerechtigkeit und Friede und Freude« beschrieben. (Römer 14,17).

»Wir hören nicht auf, für euch zu beten, dass ihr wachst durch die Erkenntnis Gottes« (Kolosser 1,9-10; siehe auch Epheser 1,17). Gott geistlich zu kennen (nicht nur intellektuell), ist das Fundament für alle Freude. Deshalb sagte Jesus, dass diejenigen, die reines Herzens sind, glückselig (glücklich) sind – weil sie Gott sehen (Matthäus 5,8).

»Wir hören nicht auf, für euch zu beten, damit ihr gekräftigt werdet mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut, mit Freuden« (Kolosser 1,9.11)

Fast täglich bete ich früh am Morgen, dass Gott mir ein Verlangen nach ihm und nach seinem Wort geben möge, weil dieses Verlangen in mir fehlt oder schwach ist. Wir können zu Gott schreien: »Öffne die Augen meines Herzens, o Herr, damit ich das als wundervoll sehe, was über dich geschrieben steht.«

10 Der Gebrauch des Gebets im Kampf um die Freude

Wenn unser heiliger Herr früh vor Tagesanbruch betete; wenn er ganze Nächte im Gebet verbrachte; wenn die fromme Hanna Tag und Nacht im Tempel war; wenn Paulus und Silas um Mitternacht Gott lobsangen; wenn die frühen Christen für mehrere Jahrhunderte sich, neben ihren Stunden des Gebets am Tag, öffentlich in den Gemeinden um Mitternacht versammelten, um Psalmen zu singen und zu beten; ist es dann nicht klar, dass diese Gewohnheiten den Zustand ihres Herzens zeigten? Sind dies nicht so viele deutliche Beweise für die komplette Wendung ihres Sinnes?

Wenn Sie jeden Morgen früh aufstehen würden als Beispiel der Selbstverleugnung, als ein Verfahren, um Luxus zu entsagen, als ein Mittel, um Ihre Zeit auszukaufen und Ihren Geist für das Gebet geeignet zu machen, dann würden Sie großen Gewinn daraus ziehen. Diese Methode wäre für uns sehr wahrscheinlich ein Mittel zu großer Frömmigkeit. Sie würden es sich stets bewusst machen, dass Schlaffheit und Faulheit zu vermeiden sind und dass Selbstverleugnung Teil des Christseins ist. Es würde Sie lehren, Einfluss über sich selbst auszuüben, und Sie allmählich befähigen, anderen Vergnügungen und Stimmungen, die gegen die Seele streiten, zu entsagen. Mehr als alles andere aber werden Sie sicherlich einen bestimmten Nutzen durch diese Methode haben: Sie würde Sie am besten geeignet machen und darauf vorbereiten, vom Heiligen Geist erfüllt zu werden.

Georg Müller: „Meiner Ansicht nach ist der wichtigste Punkt, auf den man achten muss, dieser: sehen Sie zu, dass Ihre Seele Freude am Herrn hat. Andere Angelegenheiten mögen Sie bedrücken, die Arbeit für den Herrn mag sogar dringende Ansprüche auf Ihre Aufmerksamkeit haben, aber ich wiederhole absichtlich: Es ist von größter und höchster Wichtigkeit, dass Sie über alles andere danach suchen, dass Ihre Seele sich an Gott selbst wahrhaftig erfreut! Versuchen Sie, dies jeden Tag zur wichtigsten Angelegenheit Ihres Lebens zu machen“

Ich glaube, das ist die zentrale Methode des Gebets, die die ernsthaftesten Christen entdeckt haben: »über das Wort Gottes nachzusinnen … und dabei alles in ein Gebet umzuwandeln«. Jemand mag fragen: »Wie kann ich eine Stunde im Gebet verbringen? Ich bin nach fünf oder zehn Minuten fertig« Meine Antwort ist: Nehmen Sie einen Bibeltext, und fangen Sie an, ihn langsam zu lesen. Machen Sie nach jedem Satz eine Pause und gehen Sie zurück und wandeln Sie, was Sie lesen, in ein Gebet um. Auf diese Weise können Sie so lange beten, wie Sie lesen können. Sie könnten den ganzen Tag beten.

Der Heilige Geist formt Ihr Gebet um, damit es auf Gott ausgerichtet ist und Christus erhebt. Die Herrlichkeit Christi, der Name Gottes, das geistliche Wohlbefinden der Menschen und die Freude, die Sie an der Erkenntnis Christi haben – all das wird zu Ihrem vorherrschenden Interesse und Ihrem beständigen Bitten. Sie beten immer noch für Gesundheit und Ehe und Arbeit und Reisen, aber was Sie jetzt möchten, ist, dass Christus in all diesen Sachen erhoben wird. Das ändert die Gestaltung und die Leidenschaft Ihrer Gebete.

Die meisten von uns neigen dazu, in den Thronsaal des Himmels zu poltern – wie in einen Baumarkt mit einer defekten Rohrleitung – anstatt mit freudigem Erstaunen darüber, dass wir hier nur durch das Blut Christi eingelassen werden und zum größten Wesen des Universums kommen. Deshalb ist es hilfreich, wenn uns eine »feste Form« – wenigstens von Zeit zu Zeit – daran erinnert, dass Anbetung eine geeignete Methode ist.

Alles, was ich in diesen Kapiteln über das Beten um Freude geschrieben habe, wird in seiner Wirksamkeit vervielfacht, wenn wir es gemeinschaftlich tun. Der Kampf um Freude ist ein Kampf, der Seite an Seite mit Kameraden gekämpft werden muss. Wir kämpfen nicht allein. Christ zu sein bedeutet, Teil des Leibes Christi zu sein. Wir sind dazu bestimmt, einander im Kampf um Freude zu helfen. Das war das Leben des Apostels: »Wir sind Mitarbeiter an eurer Freude« (2. Korinther 1,24). Und das Gebet füreinander ist der Kern dieser Kameradschaft.

11 Der Umgang mit der Welt im Kampf um Freude

Unsere Freude an Gott und deren physischer Ausdruck im Gehirn sind in diesem sterblichen Leben untrennbar verbunden. Geistliche Emotionen (die mehr als physisch sind) können physische Auswirkungen haben, und physische Zustände können geistliche Auswirkungen haben.

Dankbarkeit wird durch eine Gabe veranlasst, aber sie ist auf den Geber ausgerichtet. Dankbarkeit ist eine Art der Freude. Sie ist positiv und angenehm.

Die vorherrschende Verbindung in der Bibel zwischen unserer Dankbarkeit und Gott ist, dass Gott gut ist. »Danket dem HERRN, denn er ist gütig, seine Gnade währt ewiglich!« (Psalm 106,1). Diese Verbindung zwischen unserem Dank und Gottes Güte wird an vielen Stellen wiederholt (Psalm 107,1; 118,1; 118,29; 136,1; 1. Chronik 16,34; 2. Chronik 5,13; 7,3; Esra 3,11). Das Bedeutendste an dieser Verbindung ist, dass unsere Dankbarkeit letztendlich in dem verwurzelt ist, was Gott ist, nicht in dem, was er gibt. Die Bibel sagt nicht: »Danket dem Herrn, denn er gibt gute Dinge.«

Der direkte Gebrauch der physischen Welt in unserem Kampf um Freude könnte bedeuten, dass man eine Reise zum Grand Canyon macht oder früh aufsteht, um den Sonnenaufgang zu sehen, oder einem Symphonieorchester zuhört oder einen historischen Roman liest oder Physik studiert oder ein Gedicht auswendig lernt oder im Ozean schwimmt oder eine frische Ananas isst oder an einer Blüte riecht. All diese und tausend ähnliche Dinge sind direkte Wege, die natürliche Welt zu gebrauchen, um mehr von der Herrlichkeit Gottes zu erkennen.

Auch Poesie ist Quelle der Freude: Die alten hebräischen Propheten waren genug um ihre Botschaft besorgt, dass sie sie oft in poetischer Form geäußert haben. Möge es so sein, dass in unserer Zeit Propheten auftreten, die uns zu einem treuen Leben aufrufen, in Worten, die knapp und klar und einfallsreich sind.
Und wenn sie auftreten, dann können wir um Freude an Gott kämpfen, wenn wir lesen, was sie schreiben. Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes. Sie zu sehen, ist die Grundlage unserer Freude. Und wenn wir lesen, was andere gesehen haben, dann erweckt es uns oft dazu, das zu sehen, was sie sahen, oder noch mehr.

Wir erkennen auch die Kraft der visuellen Kunst und insbesondere der Musik. Wie es mit kreativem Schreiben ist, so ist es auch mit diesen Dingen: Sie können den Sinn und das Herz für Aspekte der Herrlichkeit Gottes erwecken, die wir zuvor nicht erkannt haben. Gemälde oder Photographien von Bergen und Bächen können eine Empfindung des Staunens und des Friedens hervorrufen. Wenn wir bereit sind, an diesen Bildern »entlangzuschauen« (sie nicht nur »anzuschauen«), wie Lewis uns gelehrt hat, dann werden unsere Augen den Lichtstrahl hoch zu der wirklichen Herrlichkeit laufen, und das Staunen und der Friede wird letztendlich in den wunderbaren und friedlichen Bergen und Bächen der Macht und Barmherzigkeit Gottes ruhen.

Musik, so scheint mir, ist die komplexeste Kunst von allen. Wer kann wirklich erklären, was vorgeht, wenn Musik ihre Kraft wirken lässt? Ihre verwandelnden Auswirkungen sind in ganz unterschiedlichen Fällen von der Parkinson-Krankheit bis hin zu Pflanzen dokumentiert. Wie alle Dinge in der Natur und in den Händen des gefallenen Menschen kann sie benutzt werden, um die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren oder zu verbergen – den Sinn zu verderben oder den Sinn zu erleuchten.
Die Bibel gebietet uns oft, zu singen (z.B. 2. Mose 15,21; 1. Chronik 16,23; Psalm 96,1) oder auf Instrumenten zu spielen (z.B. Psalm 33,2-3; 57,9; 81,3; 150). Musik scheint mit der Anbetung verflochten zu sein. Sicherlich hat Gott Musik nicht als eine sinnlose Ablenkung von einem rationalen Verständnis von Gott geschaffen. Gewiss ist auch die Musik ein Teil der Schöpfung, der »die Herrlichkeit Gottes erzählt«.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass man im Kampf um Freude immer besondere Pläne machen muss, um solchen Offenbarungen der Herrlichkeit Gottes nachzugehen – wie ein Ausflug in die Berge oder zu einem Theater. Die meiste Zeit sollten wir einfach unsere Augen öffnen (und unsere Ohren und Nasen und Haut und Geschmacksknospen). Das soll nicht heißen, dass dies keine Anstrengung erfordert. Offensichtlich haben Menschen eine merkwürdige Krankheit, die die gewöhnlichen Herrlichkeiten jedes Tages fast unsichtbar macht – auf jeden Fall weniger interessant als deren Nachahmungen im Kino und im Fernsehen. Es gibt mehr Ohs und Ahs für die visuellen Effekte einer 10 Meter breiten Kinoleinwand als für den Nachthimmel oder den Sonnenuntergang. Warum ist es so schwer für uns, über das „Gewöhnliche“ zu staunen, wenn es doch weitaus spektakulärer ist als die von Menschen gemachte Nachahmung?

Ich glaube, dass unermessliche Hilfsmittel für geistige Gesundheit und geistliche Freude an Gott überall um uns herum liegen, wenn wir nur unsere Augen öffnen würden. Und das scheinbar gewöhnliche, alltägliche nicht mehr als gewöhnlich, sondern als unverdiente Gabe sehen könnten.

Jeden Tag werde ich mindestens einmal meine Augen zum Himmel erheben und mich daran erinnern, dass ich, ein Bewusstsein mit einem Gewissen, auf einem Planeten bin, der sich im Weltraum bewegt, mit wundervollen, geheimnisvollen Dingen über mir und um mich herum.
Ich werde nicht die Unwahrheit glauben, dass dieser Tag – oder irgendein Tag – nur weitere unbestimmte, sich dahinschleppende 24 Stunden sind, sondern ein einmaliges Ereignis, das ich, wenn ich will, mit wertvollen Möglichkeiten füllen kann.
Ich werde meine Augen und Ohren öffnen. Jeden Tag werde ich mindestens einmal einfach einen Baum, eine Blume, eine Wolke oder einen Menschen ansehen. Ich werde dann überhaupt nicht besorgt sein zu fragen, was sie sind, sondern einfach froh sein, dass sie sind.

Die psychologischen und emotionalen Vorteile der körperlichen Bewegung sind zahlreich, und viele Experten glauben, dass körperliche Bewegung ein realisierbarer und wichtiger Bestandteil in der Behandlung von Emotionsstörungen ist. Eine Prüfung vielfacher Studien ergab 1999, dass körperliche Bewegung die Behandlung von klinischer Depression und Beklemmung fördert. Eine andere Studie ergab, dass regelmäßige, muntere Spaziergänge das Auftreten von Schlafstörungen bei Menschen, die darunter leiden, halbierten. Kurze Perioden von intensivem Training oder auch verlängertes Aerobic-Training erhöhen die Hormonspiegel und die Anzahl von Morphinen im Gehirn (wie z.B. Endorphin, Adrenalin, Serotonin und Dopamin), welche Gefühle des Vergnügens produzieren. … Aerobic-Training ist auch mit verbesserter geistiger Vitalität verbunden, inklusive besserer Reaktionszeit, Scharfsinnigkeit und mathematischer Fähigkeit. Körperliche Bewegung kann sogar Kreativität und Vorstellungskraft erhöhen. Eine Studie ergab, dass ältere Menschen, die körperlich in guter Verfassung sind, genauso schnell auf geistige Herausforderungen reagieren wie junge Erwachsene, die nicht in guter körperlicher Verfassung sind.

Spurgeon: Derjenige, der das Summen der Bienen im Heidekraut, das Gurren der Ringeltaube im Forst, das Lied der Vögel im Wald, das Fließen des Bächleins unter den Binsen und das Seufzen des Windes unter den Kiefern vergisst, braucht sich nicht zu wundern, wenn sein Herz vergisst zu singen und seine Seele schwer wird. Einen Tag lang frische Luft auf den Hügeln zu atmen oder ein paar Stunden in der schattigen Stille der Buchenwälder umherzustreifen, würde die Spinnweben aus dem Gehirn von zahlreichen unserer sich plagenden Geistlichen kehren, die jetzt nur noch halb lebendig sind. Ein Atemzug der Meeresluft oder ein munterer Spaziergang im Angesicht des Windes würde nicht der Seele Gnade geben, aber würde dem Körper Sauerstoff bringen, was danach am besten ist. … Der Farn und die Hasen, die Bäche und die Forellen, die Tannen und die Eichhörnchen, die Primeln und die Veilchen, der Bauernhof, das frisch gemähte Heu und der wohlriechende Hopfen – diese sind die beste Medizin für Hypochonder, die besten Erfrischungen für die Müden.

12 Wenn die Dunkelheit nicht weicht

Psychopharmaka: „Das Leben zahlloser Menschen, deren normale Probleme des Lebens jetzt mit Medikation behandelt werden, wird sich nicht qualitativ verändern und in einer besseren Richtung verlaufen. Nur intelligente Buße, lebendiger Glaube und greifbarer Gehorsam können die Welt auf den Kopf stellen.

Unser Glaube steigt und fällt. Er hat verschiedene Grade. Aber unsere Sicherheit steigt nicht und fällt nicht.

Höre auf, auf deinen Glauben zu schauen, und richte deine Aufmerksamkeit allein auf Christus. Der Glaube wird gestärkt, wenn du Christus anschaust, gekreuzigt und auferstanden, nicht wenn du dich von Christus abwendest, um deinen Glauben zu untersuchen. Lass mich dir helfen, auf Christus zu schauen. Lass uns zusammen Lukas 22-24 lesen. Wenn wir die Freude des Glaubens erfahren wollen, dann dürfen wir uns paradoxerweise nicht viel darauf konzentrieren. Wir müssen uns auf die Größe unseres Retters konzentrieren.

Richard Baxter: Stellen Sie sicher, dass Sie nicht untätig leben, sondern in einer beständigen Beschäftigung einer rechtmäßigen Berufung, soweit Sie die nötige körperliche Stärke haben. Untätigkeit ist eine beständige Sünde, und Arbeit ist eine Pflicht. Untätigkeit ist nur das Zuhause des Teufels, seiner Versuchung und seiner unnützlichen, ablenkenden Gedanken. Arbeit nützt anderen und uns selbst; sowohl die Seele als auch der Körper benötigt sie. Sechs Tage soll man arbeiten und nicht »das Brot der Faulheit« essen (Sprüche 31,13-27). Gott hat die Arbeit uns zur Pflicht gemacht und wird uns auf seine bestimmte Art und Weise dafür segnen. Ich habe gesehen, wie schmerzliche, verzweifelnde Melancholie geheilt und zu einem Leben gottesfürchtiger Fröhlichkeit wurde, hauptsächlich durch das Setzen auf Beständigkeit und Fleiß im Alltag der Familie und der Berufung…
Entscheiden Sie sich dazu, den größten Teil Ihrer Zeit mit der Danksagung und dem Lobpreis Gottes zu verbringen. Wenn Sie es nicht mit der Freude tun können, die Sie haben sollten, dann tun Sie es so, wie Sie es können. Sie haben keine Macht über Ihr Wohlbefinden, aber haben Sie denn keine Macht über Ihre Zunge? Jeder Mensch, ist verpflichtet, Gott zu preisen und dankbar zu sein für alles, was er empfangen hat, und dies so gut zu tun, wie er kann, anstatt es unerledigt zu lassen. Es zu tun, wie man kann, ist der Weg, um es besser tun zu können. Danksagung weckt Dankbarkeit im Herzen.

Es kann sein, dass ein Teil der Ursache der geistlichen Dunkelheit Sünde ist, die wir nicht loslassen wollen. Im Umgang mit unserer Sünde können wir zwei Fehler machen. Ein Fehler ist, die Sünde leicht zu nehmen. Der andere Fehler ist, davon überwältigt zu sein. Im Kampf um Freude müssen wir Sünde ernst nehmen, sie hassen, sie aufgeben und Christus als unseren einzigen Retter von ihrer Schuld und Macht vertrauen.

Wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und beständig wird der HERR dich leiten, und er wird deine Seele sättigen an Orten der Dürre und deine Gebeine stärken. Dann wirst du sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Wasser nicht versiegen.“ Jesaja 58:10f

Gott verspricht hier: Wenn wir uns für andere ausschütten, dann wird er uns wie einen »bewässerten Garten« machen – das heißt, wir werden das Wasser empfangen, das wir für Erfrischung und Freude benötigen. Aber noch mehr: Wir werden so zu einem »Wasserquell«, dessen Wasser nicht versiegen – für andere, für den anspruchsvollen, erschöpfenden, auslaugenden Dienstes.

Gott hat uns so gemacht, dass wir gedeihen, wenn wir uns für andere verausgaben. Jesus sagte: »Geben ist seliger als Nehmen«. Die meisten von uns entscheiden sich nicht gegen dieses Leben des Ausschüttens; wir driften davon ab.

Freude an Christus gedeiht, wenn sie geteilt wird. Das ist das Wesen der christlichen Freude: Sie fließt über – oder stirbt.